Dr. Thomas Nöcker

„Bergbau ist nicht eines Mannes Sache“ – diese alte Bergmannsweisheit, die heute wie vor über hundert Jahren die Kultur in unserem Unternehmen prägt, könnte gleichzeitig auch branchenübergreifend das Motto vom Ideenmanagement/KVP sein. Nicht nur im Bergbau mit seinen eigenen, besonderen Arbeitsbedingungen ist das Engagement des Einzelnen zum Wohle des großen Ganzen gefragt.


Der komplexe und technisch anspruchsvolle Arbeitsalltag erzwingt es förmlich, jeden Mitarbeiter an seinem Arbeitsplatz, mit seinem Spezialwissen und mit seinem kreativen Potential am beständigen Wandel zu beteiligen und ihm auch eine gestaltende Verantwortung zu übertragen. Meine Erfahrung nach 8 Jahren Ideenmanagement/KVP bei K+S zeigen eindeutig, dass dieses System dem früheren zentral geführten Betrieblichen Vorschlagswesen haushoch überlegen ist. Ein dezentrales schlankes Vorgesetztenmodell und ein dynamisch teamorientierter Kontinuierlicher Verbesserungsprozess ist ein wichtiges, ergebnisorientiertes Führungsinstrument. Es ist hervorragend geeignet, das Ziel einer möglichst breiten und engagierten Mitwirkung aller Mitarbeiter am Verbesserungsprozess zu erreichen und die Ideenvielfalt jedes einzelnen Mitarbeiters zu wecken und dabei systematisch zu nutzen.

Den Führungskräften kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu. Sie sollen nach unseren Führungsleitlinien als Katalysatoren für das Ideenmanagement wirken und ihm den Stellenwert eines integralen Bestandteils einer mitarbeiterorientierten Unternehmenskultur in Wort und Tat verschaffen. Ihre Vorbildfunktion und die Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit im Umgang mit den Ideen und deren Initiatoren geben hierbei eine wichtige Orientierung für alle Mitarbeiter.

Die Erfolge mit dem dezentralen Führungsmodell sprechen für sich. Wir haben in 2011 mit rd. 17.500 Ideen einen neuen Ideenrekord erreicht. Mit durchschnittlich 1,8 Verbesserungsvorschlägen je Mitarbeiter bei einer Realisierungsquote von rd. 60 % konnten wir einen Nutzen von rd. 9 Mio. € erzielen; ein Ergebnisbeitrag auf den wir nicht mehr verzichten wollen.

„Unsere Mitarbeiter sind unser kostbarstes Kapital.“ Diese – zugegebenermaßen manchmal überstrapazierte Formulierung – beschreibt sehr präzise die ökonomischen Herausforderungen in modernen Industrie-Nationen. Unternehmen sind immer stärker darauf angewiesen, die Ideen in den Köpfen ihrer Mitarbeiter als wertvolle ökonomische Ressource systematisch zu nutzen, um sich im Wettbewerb behaupten zu können. Diese Herausforderung möchte ich als Schirmherr von „Ideen machen Zukunft“ gemeinsam mit Ihnen gestalten. Dabei sollten wir nicht vergessen, dass auch Kontinuierliche Verbesserungsprozesse nur so gut und wirkungsvoll sind, wie auch sie sich der Herausforderung des „Immer besser werden wollen“ stellen und sich als System selbst gleichzeitig auch als Teil des Prozesses verstehen. Lassen Sie uns gemein-sam daran arbeiten, dass die Zukunft auch weiterhin von den Ideen unserer Mitarbeiter mitgestaltet wird!

Mit freundlichen Grüßen und Glückauf
Dr. Thomas Nöcker
Mitglied des Vorstandes des K+S Aktiengesellschaft