Michael Müller

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

unser Unternehmen kann auf eine vierzigjährige Erfahrung im Ideenmanagement zurückschauen. Doch was liegt vor uns? Ich möchte einfach von der Gegenwart ausgehen: unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind und bleiben nachhaltig motiviert sich einzubringen und den Weg in die Zukunft mit konstanten Verbesserungen zu ebnen. Dabei ist die durchschnittliche Verweildauer bei der Fraport AG im Vergleich zu anderen großen Konzernen sehr hoch. Umso mehr erfreut es mich, dass dennoch immer wieder Verbesserungspotenziale durch die Mitarbeiter erkannt und über unser Konzern-Ideenmanagement in die Umsetzung geführt werden, von Betriebsblindheit kann da nicht die Rede sein!

Was also sehen wir, wenn wir nach vorne schauen? Die Aufgabe liegt auf der Hand und klingt selbstverständlich wenig spektakulär: unser Konzern-Ideenmanagement vorbehaltlos zu unterstützen und eine stetige Weiterentwicklung einzufordern! Aber ein banales Ziel zu erreichen, ist nicht immer leicht – Sie wissen das genauso gut wie ich! Das bedeutet nämlich auch, regelmäßig Führungskräften „auf die Füße zu treten“, wenn sie in der Priorisierung ihrer Alltagsaufgaben eine Begutachtung oder eine Prämierung anderen Dingen hinten anstellen.

Auf der anderen Seite ist der Blick für das Ganze gefordert, insbesondere in einem so heterogenen Unternehmens wie der Fraport AG. Letztendlich war es die Vielfalt der Themen, Tätigkeiten und Produkte, die uns im Vorstand dazu bewogen hat, das Ideenmanagement mit dem Innovations- und Wissensmanagement zusammen zu führen. Auf der Basis einer modernen Wissensarbeit können Ideen reifen, ins Ideenmanagement einfließen und am Ende dieser Trilogie in der einen oder anderen Innovation resultieren.

Die Fraport AG ist ein Dienstleistungsunternehmen. Doch knapp 60% unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind operativ tätig. Da dreht sich das Thema Ideenmanagement vermehrt eher um operative Fragestellungen und technische Lösungen als um direkte Dienstleistung an unseren Kunden. Hier versuchen wir, den Mitarbeitern Leitplanken aufzuzeigen, welche Themen derzeit am drängendsten Hilfestellung aus dem Ideenpool benötigen, um entsprechende Problemstellungen zielgerichtet zu bearbeiten. Auch die Wiedererkennbarkeit des Themas und die Ernsthaftigkeit der Umsetzung spielt eine große Rolle, deshalb planen wir, wie bereits in 2012, dieses Jahr einen Innovationspreis für die Konzernbelegschaft am Standort Frankfurt auszurichten.

Am wichtigsten ist es, den Ideen- und Innovationsprozess am Laufen zu halten, für konstante Bewegung zu sorgen. Dabei fällt mir eine Geschichte von Berthold Brecht ein, Herr Keuner und die Flut:  „Herr Keuner ging durch ein Tal, als er plötzlich bemerkte, dass seine Füße in Wasser gingen. Da erkannte er, dass sein Tal in Wirklichkeit ein Meeresarm war und dass die Zeit der Flut herannahte. Er blieb sofort stehen, um sich nach einem Kahn umzusehen, und solange er auf einen Kahn hoffte, blieb er stehen. Als aber kein Kahn in Sicht kam, gab er diese Hoffnung auf und hoffte, dass das Wasser nicht mehr steigen möchte. Erst als ihm das Wasser bis ans Kinn ging, gab er auch diese Hoffnung auf und schwamm. Er hatte erkannt, dass er selber ein Kahn war.“ Unsere Mitarbeiter wissen, dass sie die Lösung in sich tragen und bieten diese aktiv unserem Unternehmen über unser Konzern-Ideenmanagement an. An uns ist es, dies zuzulassen und aktiv zu unterstützen. Denn unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter „können schwimmen“!

Ihr Michael Müller

Vorstand Arbeitsdirektor der Fraport AG
Schirmherr der Initiative „Ideen machen Zukunft“